Rückblick: Das war die Intersolar 2026

Unsere Mitarbeitenden am Stand der Allianz BIPV. Von links nach rechts: Niklas Albinius, Thorsten Kühn, Björn Rau (Foto © Fabian Flade, BAIP)

BAIP war für euch wieder auf der Intersolar

Wir blicken zurück auf drei spannende (und heiße) Messetage auf der Intersolar. Was gibt es Neues? Was haben wir erlebt? Und was waren unsere Highlights? Das erfahrt ihr in diesem Rückblick.

Uns konnte man wieder am Gemeinschaftstand der Allianz Bauwerkintegrierte Photovoltaik e. V. und des Solarverbands Bayern e.V. finden, wo wir viele interessante Gespräche führen konnten. Vielen Dank an Fabian Flade, dass wir uns und das Helmholtz-Zentrum Berlin als Mitglied in der Allianz BIPV vor Ort präsentieren durften.

Ein ganz besonderes Highlight für uns waren wieder die Intersolar Forum Beiträge zu bauwerkintegrierter Photovoltaik. Hochkarätige Redner wie Dieter Moor, Harald Sowa, Norbert Betzl, Martin Heinrich, PhD und Roland Valckenborg sorgten dafür, dass man uns am ersten Messetag kaum woanders als auf dem Intersolar Forum treffen konnte. Hier wurde unter anderem wieder mehrfach der Unterschied zwischen „Baustoffklasse A“ für Bauprodukte und „Brandschutzklasse A“ für Elektrogeräte diskutiert. Letzteres sei mit Solarmodulen leicht zu erreichen, allerdings keineswegs ausreichend, um als BIPV-Produkt auch in Fassaden einsetzbar zu sein.



BAIP stellt "Emerging PV Technologies" am SolarTAP-Stand vor

Auch auf dem SolarTAP Stand war viel los. Unsere Kollegen Björn Rau und Niklas Albinius haben parallel zu ihrer Arbeit am Stand der Allianz BIPV auch hier ausgeholfen.

SolarTAP ist eine Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft mit dem Ziel, den Einsatz von Photovoltaik mit Mehrfachnutzen, die auf gedruckten PV-Technologien wie OPV und Perowskit basiert, zu beschleunigen. Gemeinsam mit einem Netzwerk von Industriepartnern entwickeln das Helmholtz-Zentrum Berlin, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Forschungszentrum Jülich in SolarTAP die notwendigen Technologien weiter und transferieren die Ergebnisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette "lab-to-fab", um diese neuen PV-Lösungen schnell zur Marktreife zu bringen und die kommerzielle Nutzung der Technologien zu beschleunigen.

In diesem Kosmos der flexiblen Dünnschicht-Photovoltaik mit Fokus auf Mehrfachnutzen konnten unsere Kollegen perfekt ihre Expertise zur bauwerkintegrierten Photovoltaik einbringen. Gerade geklebte Folienmodule sind durch ihr geringes Gewicht pro m² besonders interessant für Flächen an Gebäuden, die statisch keine herkömmliche PV-Anlage halten könnten. Am Helmholtz-Zentrum Berlin bauen wir aktuell z.B. auch ein großes Laborgebäude, welches bei Fertigstellung im Bereich des Technikgeschosses u.a. mit verschiedenen, kommerziellen PV-Folien beklebt werden wird. Hier wollen wir unter realen Bedingungen diese Module und beispielsweise ihre Klebeeigenschaften auf ihre Langlebigkeit prüfen

Collage zu Aktivitäten im SolarTAP Netzwerk © BAIP 


Was gibt es Neues aus der Welt der bauwerkintegrierten Photovoltaik?

Grundsätzlich war BIPV (wie erwartet) kein dominierendes Thema auf der Messe. Auch wenn zahlreiche Anbieter mit BIPV werben, handelt es sich dabei häufig nur um farbige Module. Von Konzepten der echten Integration von PV-Modulen in die Gebäudehülle (egal ob Dach oder Fassade) war nicht so viel zu sehen. Um so mehr stechen dann die wenigen, meist europäischen Hersteller, hervor, die sich explizit und mit großer Expertise dem Thema widmen.

Seit ein paar Jahren klar: Die Vielfalt in farbigen Lösungen ist in der Praxis angekommen. Wobei auch weiterhin schrittweise die Transmissionsverluste durch die farbigen Funktionsschichten minimiert werden.

Zwei grundsätzlich unterschiedliche Ansätze zur Verbesserung des Blendverhalten von Solarmodulen werden in der Praxis verfolgt: Bereits direkt in das Modulkonzepte integrierte Lösungen oder auch Anti-Blendfolien, die nachträglich auf beliebige Module aufgebracht werden.

Wie auch in der gesamten Branche dominiert bei BIPV-Produkten klar die Silizium-basierte PV. Dadurch sind farbige Module deutlich über 200 W/m² mittlerweile industrieller Standard. Die Alternative „organische PV“ mit zwar geringeren Leistungen, aber dafür größerer Flexibilität in Form und Transparenz, ist weiterhin am Markt und ermöglicht mittlerweile bereits etwa 70 W/m² bei vollflächigen teiltransparenten Fensterflächen. Darüber hinaus ist die Möglichkeit der Photosynthese-angepassten Transparenz von OPV für den Einsatz in Gewächshäusern ein weiteres interessantes Einsatzgebiet, dass u.a. speziell im SolarTAP Netzwerk bearbeitet wird.

Natürlich ist das nur ein kleiner Eindruck von der Messe ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Bestimmt wird der eine oder die andere noch weitere Eindrücke mitgenommen haben. Für das Thema BIPV ist die Intersolar sicher eine spannende Messe und eine gute Orientierung hinsichtlich Trends und Status Quo der Solarbranche. Ein Besuch lohnt sich daher immer.

Übrigens, Architekten haben wir kaum auf der Intersolar getroffen. Und das, obwohl BIPV vor allem auch ein Thema der Baubranche ist. Diese erreicht man aus unserer Erfahrung mehr über deren etablierte Messen und Kongresse. Für die BIPV-Anbieter heißt das dann also auf zwei Hochzeiten zu tanzen. Uns könnt ihr daher Anfang nächsten Jahres auch auf dem Architekturkongress Inolope CX in Dortmund treffen.